Die Bergretter ist eine der erfolgreichsten ZDF-Serien im deutschsprachigen Raum. Aktuell wird Staffel 11 gedreht, in der es neben neuen Abenteuern auch einen neuen Bergretter gibt. Markus Brandl alias Tobias Herbrechter verlässt die Serie – an seine Stelle tritt Schauspieler Ferdinand Seebacher, der den Neuen im Team, Simon Plattner, spielt. Wie es dazu kam und warum dem 30-Jährigen weder der Drehort Ramsau am Dachstein, noch der Name Plattner fremd sind, hat er mir bei einem Treffen erzählt.

Der Dreh ist ein Heimspiel

Es ist 10 Uhr morgens und Ferdinand Seebacher betritt das Lokal. Es dauert eine Weile, bis er an meinen Tisch gelangt. Da ein rascher Smalltalk, dort ein kurzes Händeschütteln und ein Gruß an die Familie. In Ramsau am Dachstein ist Ferdinand Seebacher nicht fremd. Genauso wenig, wie der Name Plattner. Die Großmutter des Schauspielers war die bekannte Malerin Rosina Plattner, die ihren Enkel künstlerisch geprägt hat. Sie stammte aus Ramsau am Dachstein, wo noch heute ein Teil der Familie lebt. Ob der Nachname die einzige Parallele zwischen dem Schauspieler und seiner Rolle ist – das habe ich Ferdinand Seebacher persönlich gefragt:

Plattner ist der Name deiner Großmutter und des Bergretters, den du spielst. Zufall?

Nein, den Namen habe ich eingebracht. Er bezeichnete ursprünglich die Platten- und Schildmacher. Und da die Serienfigur jemand ist, der vor sich einen imaginären Schild hält und Leute nur ganz vorsichtig an sich ran lässt, ist der Name sehr passend. So habe ich dem Sender meinen Vorschlag argumentiert und am Ende des Gesprächs gesagt: „Ach ja, und meine Familie heißt auch so.“ (lacht)
Da der Vorname Simon eine Vorgabe von ZDF war, heißt der neue Bergretter nun Simon Plattner.

Wie bist du zu dieser Rolle gekommen?

Ich habe letzten Sommer bei „Team Alpin“, einer neuen Serie von ZDF, eine Episodenhauptrolle gespielt und als klar war, dass Markus Brandl bei Die Bergretter aussteigt, bin ich empfohlen und zum Casting eingeladen worden. Dort habe ich mich gegen 15 andere Kandidaten durchgesetzt.

Was darfst du über den Charakter von Simon Plattner verraten?

Noch nicht viel. Außer, dass Simon ein sehr eigenwilliger Mensch ist. Ein Einzelgänger, was in Kombination mit einem Bergretter-Team eher schwierig ist.

Gibt es Ähnlichkeiten zwischen euch beiden?

Simon ist sehr sportaffin. Das bin ich auch. Ich bin Sportkletterer, Raftguide, kann sehr gut Ski fahren und liebe die Berge. Und wir haben den selben Ehrgeiz.

Du bist also ein sehr ehrgeiziger Mensch?

Ich bin ein Hackler, einer der gerne arbeitet, durchbeißt und nicht jammert. In habe einige Jahre lang intensiv Theater gespielt und teilweise 9 Produktionen pro Saison gemacht, was der absolute Wahnsinn war. Normalerweise macht man 4 bis 5. Doch dadurch wurde offensichtlich klar, dass ich vielseitig einsetzbar bin.

Warum hast du vom Theater zum Film gewechselt?

Nach meiner Studienzeit wollte ich das Gelernte umsetzen und die Königsdisziplin ist nun mal das Theater. Ich liebe es nach wie vor und will auch nicht ganz aufhören, Theater zu spielen. Eine Mischung aus beidem wäre schön, denn beim Film ist man mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Man kommt viel herum, muss flexibel und spontan sein. Und ich habe schon immer gerne improvisiert, weshalb es für mich auch spannend ist, bei jedem Wetter im Freien zu drehen.

Apropos Drehort. Die Aufnahmen für Die Bergretter entstehen ja in Ramsau am Dachstein. Ein Heimvorteil?

Das würde ich so nicht sagen. Sicher, ich kenne die Berge wie meine Westentasche und bin nach wie vor gerne in Ramsau am Dachstein. Vor allem im Silberkar, das meinen Verwandten gehört. Für den Dreh selbst entsteht daraus aber kein wesentlicher Vorteil, außer dass ich die Leute hier kenne und weiß, wen ich kontaktieren kann, wenn es um Organisatorisches geht.

Wirst du bei der jährlichen Fanwanderung dabei sein?

Klar, da freu ich mich schon drauf.

Beitragsbild: (c) Martin Huber