Ja, ich, Kali der Ramsaurier, bin ein waschechter Ramsauer. Soviel steht fest. Und als dieser ist das Wandern am Dachstein eine echte Leidenschaft von mir. Wobei, der Dachstein ist hoch und breit, weshalb die Auswahl an Wanderwegen und Klettersteigen groß ist. Und ich finde, Dachstein ist Dachstein – egal, ob man nun am Fuße des Bergs oder oben am Gletscher wandert. Aus praktischen Gründen habe ich mich für eine Wanderung entschieden, die am Fuße des Bergs startet. Schließlich muss ich den Großteil des Wegs getragen werden und kann von meinen Begleitern nicht so viel abverlangen. Unter uns gesagt: Die machen mir sonst schlapp.

Über den Roseggersteig zum Brandriedel

Wir parken am Gasthaus Edelbrunn in Ramsau am Dachstein. Von dort weg geht es über den Roseggersteig hinauf zum Brandriedel. Die Gehzeit beträgt rund eine Stunde. Wohl bemerkt für einen Erwachsenen. Wir haben sicher die doppelte Zeit gebraucht. Zum einen bin ich mit meinen kurzen Beinen lange nicht so schnell, denn ein Stück weit wurde ich nicht getragen und musste tatsächlich zu Fuß gehen, und zum anderen hatte ich mein Kinderwanderbuch dabei. Das bekommt man im Büro des örtlichen Tourimusverbands und ist ein lustiger Wegbegleiter für mich genauso wie für Kinder. An vielen Wanderwegen in Ramsau am Dachstein findet man Stempelstationen. Einfach richtige Seite herausreißen und abstempeln. Mein Buch ist schon fast voll. Bin schon gespannt, wie viele Stempel ihr sammelt!

Blick auf den Dachstein

Am Wegrand gibt es jede Menge zu entdecken. Ameisenhaufen, Farne – die sind so alt wie ich – und Schneerosen. Obwohl es Oktober ist, haben sogar einige davon geblüht. Ich dachte, die hätten sich gewaltig in der Jahreszeit geirrt, denn normalerweise blühen Schneerosen im Frühling, aber meine Begleiter meinten, womöglich habe es vor kurzem geschneit. In diesen Höhenlagen wäre das leicht möglich, sagen sie. Aber davon ist heute nichts mehr zu sehen. Der Boden ist trocken, der Himmel blau und die Luft warm.
Oben angekommen machen wir Rast. Am Brandriedel wachsen großteils Lärchen, die im Herbst besonders schön anzuschauen sind, da sich ihre Nadeln golden verfärbt haben. Hinter den Lärchen streckt sich der Dachstein empor, auf den wir freie Sicht haben. Echt beeindruckend.

Rast in der Austria-Hütte und Rückweg

Jetzt habe ich Hunger. Großen sogar. Vom Brandriedel sind es nicht mehr als 10 Minuten zur Austria-Hütte. Hier bestelle ich mir eine große Portion Knödel. Mhm! Nach dieser ausgiebigen Stärkung treten wir den Rückweg an. Hinunter gehen wir nicht über den Roseggersteig, sondern weiter zur Brandalm und von dort aus über eine Forststraße zurück zum Ausgangspunkt, dem Gasthaus Edelbrunn. Hierfür muss man noch einmal mit einer Stunde Gehzeit rechnen.
Mein Tipp: Nicht nur ich brauche länger. Wenn ihr Kinder dabei habt, plant unbedingt die doppelte Gehzeit ein.

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